Mein Herzensthema ist der Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung. Deshalb gibt es bis Weihnachten jeden Tag einen Tipp oder Life-Hack, damit wir alle weniger Verschwenden und mehr Verwenden. Das Potenzial ist groß, in Österreich landen jedes Jahr über 1,3 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Mehr als 50 Prozent davon werden in privaten Haushalten weggeworfen. Also, keine Ausreden – los geht´s schon mal mit Aufessen!
Laut Statistik wirft jede/r von uns 75 kg pro Jahr Lebensmittel in den Müll. Oft sind es Lebensmittel, bei denen nur das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) abgelaufen ist, die Produkte aber noch voll in Ordnung sind. Denn das MDH ist lediglich die Garantie des Herstellers, aber kein Verfallsdatum. Deshalb ist es viel besser ist, du schaust zuerst, ob ein Produkt schimmlig oder ranzig ist, dann muss es klarerweise entsorgt werden. Schaut es gut aus, riecht es gut, dann koste es doch einfach. Dafür haben wir unsere Sinne. Schmeckt es gut, dann ist es auch gut. Vorsichtiger musst du bei Produkten sein, die ein Verbrauchsdatum haben, wie frischer Fisch und Fleisch. Diese Waren verderben wesentlich schneller. Dieses Datum solltest du ernst nehmen.
Das Gehirn trickst uns immer wieder aus. Auch dann, wenn wir so nebenbei eine halbe Zitrone, eine ausgetriebene Kartoffel oder einen schrumpeligen Apfel wegwerfen. Wir vergessen das meist gleich und denken nicht mehr daran. Deshalb habe ich im Zuge unseres Buchprojektes „Aufgegessen!“ eine Liste zum Eintragen der Lebensmittel entwickelt, die dabei hilft, Bewusstsein für das eigene Wegwerfen zu schaffen. Ein einfaches Tool, dass du hier downloaden kannst. Damit unterziehst du deine Selbsteinschätzung einer Prüfung. Vier Wochen mitschreiben, zeigen oft ein anderes Bild deines Verhaltens, als du angenommen hast.
Und hast du auch eine Obstschale in der Küche stehen? Dann ärgerst du dich sicher immer wieder, wie schnell das Obst verdirbt. Das liegt daran, dass viele Obstsorten das Reifegas Ethylen ausstoßen, das sorgt dafür, dass andere Obstsorten schneller reifen, aber auch schneller verderben. Äpfel oder Bananen stoßen dieses Gas aus. Deshalb verschiedene Obstsorten immer extra lagern. Äpfel mögen es gerne kühl und lagern gerne im Kühlschrank. Bananen fühlen sich bei Zimmertemperatur wohl.
Du magst gerne frische Kräuter und kaufst sie auch immer wieder büschelweise? Dann brauchst du diesen Tipp: Du wäschst sie gleich nach dem Kaufen und schlägst sie in ein feuchtes Küchentuch ein. Das legst du in die Null-Grad-Zone deines Kühlschranks. Die Kräuter halten einige Tage, oft sogar über eine Woche. Dazwischen solltest du das Tuch immer wieder frisch befeuchten.
Gehts dir auch so, Schoko-Krampuse bleiben oft ewig in der Schoko-Lade liegen. Ich bin deshalb für´s veredeln: geschmolzen mit Schlagobers vermischt, aromatisiert mit einem Tropfen Rum oder Amaretto wird daraus eine feine Schokosauce. Als Mischungsverhältnis empfiehlt sich 50:50, von Schokolade und Schlagobers.
Zum Nikolo gibts bei vielen süße Geschenke und von mir gibts ein süßes Rezept.
Im Advent sind die Weihnachtskekse für die meisten von uns eine große Freude. Wenn allerdings nach Weihnachten noch viele übrig sind, nimmt die Beliebtheit rapide ab. Da hilft veredeln. Mach doch einfach ein Dessert daraus. Kekse in ein Plastiksackerl geben, mit einem Fleischklopfer zerkleinern und abwechselnd mit einer Creme oder einem Pudding in ein Glas schichten. So wie bei diesem herrlichen Rezept.
Vielleicht bäckst du gerade Weihnachtskekse. Wenn dir geriebene Nüsse übrigbleiben, gibst du sie am besten in den Kühlschrank, dann werden sie nicht so schnell ranzig.
Gerade in der Weihnachtszeit wird viel Tee und Punsch getrunken, Orangen und Zitronen werden ausgepresst und landen dann meist gleich im Müll. Aber mit den Schalen kannst du auch noch so einiges machen. Du kannst die Schale von Orangen und Zitronen (Bio natürlich) abreiben und die Zesten auf einem Backpapier einige Tage trocken und dann in ein Glas geben und als Gewürz verwenden.
Brot ist das lt. Statistik am meisten weggeworfene Lebensmittel, 1 Scheibe wirft jede/r pro Tag laut Statistik weg. Dabei lässt sich Gebäck so gut auffrischen. Einfach die Semmeln und Weckerl vom Vortag mit etwas Wasser befeuchten und bei 150 Grad für 5 Minuten ins Backrohr geben. Dann sind sie wieder knusprig.
Weißt du immer, was in deinem Kühlschrank ist und was zuerst an frischen Lebensmitteln verbraucht gehört? Wenn nicht, wäre heute eine gute Gelegenheit, mal genau hineinzuschauen und am Abend ein Restlessen aus dem zu kochen, was noch da ist. Und damit du immer einen Überblick hast, kannst du dir eine EAT-ME-FIRST-Box in den Kühlschrank stellen.
Einfrieren ist eine wunderbare Methode, Lebensmittel länger haltbar zu machen. Allerdings sollten die auch von Zeit zu Zeit wieder aufgetaut und verwendet werden. Wäre heute und am Wochenende nicht eine gute Gelegenheit dafür, bevor wieder Neues gekauft wird?
Du planst schon das Weihnachtsmenü? Und weißt du schon, wer zu Besuch kommt? Ja? Dann solltest du auch gleich eine Einkaufsliste machen, so vermeidest du Spontankäufe. Alle Lebensmittel, die nicht verderben, kannst du in den nächsten Tagen schon besorgen. So ersparst du dir viel Stress und kaufst nichts Unnötiges, das dann oft übrig bleibt!
Noch ein Tipp für Brot und Gebäck. Sind Semmeln sehr ausgetrocknet, kannst du im Blitzhacker daraus Bröseln machen. Nicht nur, dass du damit altes Gebäck verwertest, diese Brösel schmecken auch noch richtig gut.
Die Festtage stehen vor der Tür und damit auch die Zeit, in der am meisten weggeworfenen wird. Damit das nicht passiert, schaue ich darauf, dass ich nicht zu große Mengen koche – klar, soll jede/r genug bekommen, aber gerade dann, wenn es mehrere Gänge gibt, kann man die Portionsgrößen etwas kleiner halten. Wenn es doch einmal zu viel ist, die Reste am besten gleich in Boxen geben und einfrieren, denn gerade zu Weihnachten mag am nächsten Tag meist niemand die Reste essen, wenn es etwas Gutes, frisch Gekochtes gibt. Aber es werden die Tage kommen, an denen du keine Kochlust hast und dich über die Left-Overs von Weihnachten hermachen kannst.
Geschlossene Ölflaschen sind meist weit über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus haltbar. Wenn sie geöffnet sind, sollten sie dunkel und kühl aufbewahrt werden, das offene Regal ist nicht ideal. Öl mag keine Helligkeit. Auch der Kühlschrank tut der Qualität nicht gut. Angebrochene Flaschen immer gut verschließen, 2 bis 3 Monate lang verlieren sie wenig an Aroma, danach geht´s mit der Aromatik bergab. Verwenden kannst du das Öl, solange es nicht ranzig ist.
Wenn Abschnitte von Wurzelgemüse oder ganze Karotten, Sellerie und Co. übrigbleiben oder nicht mehr so schön sind, dann gib sie geputzt in ein verschließbares Plastiksackerl ins Gefrierfach. Wenn du genug Gemüse „gesammelt“ hast, kochst du damit am besten einen Gemüsefond. Mein Rezept dazu habe ich dir schon gestern verraten.
Kartoffeln und Zwiebeln mögen es gerne kühl, aber in den Kühlschrank gehören sie beide nicht. Der Geschmack und die Konsistenz von Kartoffeln verändern sich negativ, Zwiebeln verlieren an Aroma. Beiden setzt die Feuchtigkeit zu. Kartoffeln verschrumpeln und Zwiebeln schimmeln schneller. Kühl, dunkel und trocken mögen es beide, idealerweise hast du einen geeigneten Platz außerhalb des Kühlschranks. Wenn nicht, am besten immer nur so viel kaufen, wie du in den nächsten Tagen brauchst.
Exoten, die meist eine lange Reise hinter sich haben, sind besonders wertvoll und sollten perfekt gelagert werden. Bananen, Ananas, Mangos und auch Kiwi mögen es nicht eiskalt. Denk dran, dass Bananen, Kiwis und auch Mangos das Reifegas Etylen abgeben. Das bedeutet, andere Früchte reifen in ihrer Nähe nach, was bei unreifen Früchten auch ein Vorteil sein kann. Aber meistens ist es ein Nachteil und die Früchte werden schneller faul.
Warst du schon für Weihnachten einkaufen? Und jetzt geht es darum, die Lebensmittel richtig zu lagern? Klar, Milchprodukte, Fleisch und Fisch gehören in den Kühlschrank. Aber auch Orangen und Zitrusfrüchte halten in der Null-Grad-Zone des Kühlschranks viel länger. Der Kühlschrank hat unterschiedliche Temperaturzonen. Umso weiter oben, umso wärmer wird es. Fleisch, Fisch und Obst gehören in die Laden, bei neuen Kühlschränken ist das oft eine Null-Grad-Zone, die hilft, dass alles ein wenig länger hält.
Wenn zu Weihnachten Eiweiß übrig bleibt, mach doch einfach mal Schneenockerl, die du am besten mit einer Vanillesauce servierst.
Hier ist mein Rezept:
2 Eiweiß mit deiner Prise Salz und 40 g Kristallzucker sehr steif schlagen. Einen großen Topf mit Wasser erhitzen. Mit zwei Teelöffeln Nockerl formen und in das kochende Wasser geben. Die Nockerl brauchen auf jeder Seite 30 Sekunden. Dann sofort aus dem Topf geben, sonst fallen sie wieder zusammen. Die Nockerl in ausgekühlte Vanillecreme setzen und gut kühlen lassen, bevor alle darüber herfallen.
Jetzt geht es nur mehr ums Genießen! Morgen ist es schon wieder soweit, der vor allem von den Kindern sehnsüchtig erwartete Heilige Abend ist da! Die letzten Vorbereitungen laufen, alles was kulinarisch ohne Qualitätsverlust machbar ist, bzw. besser einen Tag vorher gekocht oder gebacken wird, ist heute am Programm. Dann wird es Morgen entspannter. Vielleicht gehörst du auch zu denjenigen, die den 24. 12 kulinarisch sehr traditionell und einfach angehen. Wir machen das immer so, dann haben alle mehr Zeit füreinander bzw. auch dafür, den Tag zu genießen. Bei uns gibt es immer gekochte Hauswürstel mit Sauerkraut, alternativ mit Kartoffelsalat – das ist alte Kärntner Tradition, die wir gerne jedes Jahr auf´s Neue zelebrieren!
Ich wünsche dir und deinen Liebsten ein fröhliches Fest! Es ist wunderschön mit seinen Liebsten beisammenzusitzen, zu essen, zu trinken und zu feiern! Lasst es Euch gutgehen und lasst Euch vom Zauber dieser Nacht einfangen!